Info Nr.3 im März 2026
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder!
Die S 4 ist ein verkehrspolitisch bedeutsames Infrastrukturprojekt für Hamburg und das Umland. Nun hat auch der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Herr Dr. Philipp Heißner, eine kleine schriftliche Anfrage an die Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg gestellt. Es gibt neue Verzögerungen bei Hamburgs S 4 und der Senat kann keinen Fertigungstermin nennen. Es droht weiter Ärger.
Seit einem halben Jahr arbeitet die Deutsche Bahn an einem neuen Zeitplan und das Planfeststellungsverfahren für den zweiten Bauabschnitt hängt seit 5 Monaten beim Eisenbahnbundesamt fest.
Dieses Thema ist jetzt endlich bis ins Hamburger Rathaus vorgedrungen.!!!
Das Hamburg-Journal sah hier nun Veranlassung, darüber zu berichten. Die Planung liegt ja nun mal in den Händen der Politik.
Der EU-Antrag auf Bezuschussung für die Planung des Projektes S 4(Ost) lautet auf Entflechtung des Verkehrs. Das ursprünglich angedachte Gesamtprojekt über Büchen nach Geesthacht, das sich auch schon im besonderen Bedarf befand, wurde vom damaligen Bürgermeister verworfen, (2016) EU-Gelder waren beantragt und in Anspruch genommen worden, die nun zurückgezahlt werden müssen.
Als mögliche Alternativ-Strecke hatte unser Verein den Vorschlag mit der Autobahn an der A1 gemacht, doch sie wurde nicht einmal daraufhin geprüft.
Nun kommt es wegen der Fehmarnbeltquerung zu einem großen Problem, denn der zusätzliche Fernund Güterverkehr kann sich auf den gesamten Bahnverkehr im Norden auswirken und damit auch auf die S-Bahn.
Pikant dabei ist, dass genau zwischen Ahrensburg-Gartenholz und Bad Oldesloe auch die neue S-Bahn-Linie S 4 die Ferngleise mitbenutzen soll, sie muss sich in den dichten Mischverkehr einordnen. Es gibt Engpässe, indem die S-Bahnzüge das Gegengleis kreuzen müssen. Eine Pünktlichkeit ist nicht gegeben, was sich spätestens im Hamburger Hauptbahnhof auf alle anderen Linien auswirkt.
Eine grundlegende Umplanung würde dem Gesamtprojekt nützen und damit auch die Vorgaben der EU erfüllen. Das Gesamtprojekt der Verkehrsentflechtung wird im EU-Antrag verschleiert unter dem „Arbeitstitel S 4“ geführt.
Aus der umfangreichen Dokumentation der EU für den Ausbau der transeuropäischen Verkehrsnetze ist folgender Punkt beachtungswert. Kapitel II, Art.10 Abs. 2b
Um die allgemeinen Prioritäten Artikel 10 zu erfüllen, ist insbesondere die „Verringerung der Belastung städtischer Gebiete durch die negativen Auswirkungen des Schienen- und Straßendurchgangsverkehrs“ zu beachten.
Die jetzige Planung dürfte diese Vorgaben der EU nicht erfüllen.
Mit freundlichen Grüßen
Claus-Peter Schmidt
1.Vorsitzender
Info Nr.2 im Februar 2026
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder!
Wir haben mit unseren Einwendungen ins Schwarze getroffen, die Bahn muss massiv nachbessern, dabei bleibt es völlig ungewiss, ob irgendetwas besser wird.
Die drei Tage mit der Anhörungsbehörde und dem Vorhabenträger waren eine einzige Katastrophe, danach herrscht seit 1 1/2 Jahren tiefes Schweigen.
Es zeigte sich gravierend, dass es im bisherigen Planungsverfahren zu einer Vielzahl von Fehlern kam, die sich auf das Planungsverfahren und die Ausnahmegenehmigungen im Naturschutz auswirken.
Ich möchte noch einmal deutlich darauf hinweisen, dass die Länder und die Politiker Planungsrecht haben und verantwortlich sind, Frau Plambeck mit Herrn Homfeldt dagegen die Baumaßnahmen auszuführen haben. Die
Pläne liegen seit Oktober 2025 beim Eisenbahnbundesamt.
Bei einem Treff mit Frau Plambeck am 02.02.2026 stellte sie klar, dass sie Konzernbevollmächtigte der Bahn sei, die Konzernbeauftragten dagegen entlassen wurden.
Die Aufdeckung der gravierendsten Fehler ist der Geschlossenheit aller Fraktions- und Stadtverordneten der Stadt Ahrensburg sowie dem Umweltausschussvorsitzenden Herrn Dr. Wulf Köpke zu verdanken, dass wollte Herr Dr. Köpke unterstreichen und betonen.
Einige Punkte von vielen der gravierendsten Fehler sind:
1.) Die Wiederherstellung der Natur im Gebiet Höltigbaum/ Stellmoorer Ahrensburger Tunneltal wird nicht ausreichend beachtet.
2.) Die vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung ist fachlich ungenügend
3.) Die Gleise sollen teilweise im geschützten Moor verlegt werden, was nachhaltig geschädigt wird.
4.) Mindestens zehn Prozent des Naturschutzgebietes würden durch den Bau zerstört.
5.) Es gibt keine Alternativstrecke
Die Hamburger Politik hatte 2016 entschieden, nun doch nicht die Strecke über Büchen zu favorisieren, sondern die Güterzüge durch Hamburg mit zwei neuen Gleisen fahren zu lassen.
Dies entspricht nicht dem seinerzeit gestellten Antrag an die EU über die Verkehrsentflechtung und deshalb kann Hamburg das gleiche Schickzahl erleiden, wie mit der A 26.
Das Gericht wird möglicherweise den Verstoß gegen das Klimagesetz ahnden, sowie eine Alternativplanung verlangen, die wir hatten, die aber nicht hinreichend geprüft wurde.
Unsere BI ist dagegen, dass die zwei Gütergleise durch das von der EU hochgeschützte „FFH-Gebiet“ gebaut werden, wir sehen nicht nur einen Verstoß gegen das Klimaschutzgesetz, sondern auch
gegen die eingereichte Planung.
Wir haben immer betont, dass wir den öffentlichen Nahverkehr mit der S 4 bejahen, aber keine Gütergleise durch das Naturschutzgebiet akzeptieren werden. Jetzt soll auch noch das Militär diese Trasse mit nutzen.
Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass nicht die Bürgerinitiativen die Verhinderer der Bauprojekte sind, wie uns von Politikern vorgeworfen werden, sondern eher die massiven Fehlentscheidungen der Politiker, die zu Hauf vorgekommen sind und die die Kosten dadurch in die Höhe treiben lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Claus-Peter Schmidt
1.Vorsitzender
Info Nr.1 im Januar 2026
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder!
Um das Streckennetz in Ordnung zu bringen, ist es jetzt die Aufgabe der DB InfraGo AG „alles erst planen und Baufirmen finden, die das dann übernehmen werden“. Die Baufirmen wiederum brauchen Personal, Maschinen und Material: Schienen und Schwellen, Stahl und Eisen, Masten und Fahrdraht für die Oberleitung. Das müsse erst beschafft werden. Nach jahrelanger Vernachlässigung der Schiene und Planung durch etliche Bundesregierungen und ebenso langer Misswirtschaft im Staatsunternehmen Deutsche Bahn, müsse man durch ein „Tal der Tränen“, ehe es wieder besser wird.
Regelmäßig laufen in Deutschland die Kosten und Zeitpläne bei Bahn-Großprojekten aus dem Ruder. Die Nutzen-Kosten-Analyse dient als zentrales Mittel, sich für oder gegen ein Projekt zu entscheiden. Die Ermittlung des echten Nutzens und der wahren Kosten hilft Bahn-Großprojekten mit einer planbaren Finanzierung auszustatten und diese viel schneller umzusetzen.
Im Bundesland Hamburg stehen z.Zt. mehrere Großprojekte auf der Tagesordnung, im Bundesgebiet noch erheblich mehr, mit der größten Baustelle Deutschlands: dem Bahnprojekt Stuttgart 21, ein Teil des Regionalverkehrs soll erst ab Mitte 2027 den Tiefbahnhof nutzen können, sowie dem Milliardenprojekt, dem Pfaffensteigtunnel, der 2032 fertig sein soll. Die Deutsche Bahn muss einer Gerichtsentscheidung zufolge die Mehrkosten des Bahnprojektes „Stuttgart 21“ in Milliardenhöhe alleine tragen.
Erst 2011 legte die Bundesregierung den nun endgültigen Trassenverlauf für die A 26 fest, damals noch „Hafenquerspange“ genannt, Ende 2023 hatte der Planfeststellungsbeschluss vorgelegen, aber das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat als Verstoß gegen das Klimaschutzgesetz den Bau gestoppt.
Wer hat jetzt Schuld an der Fehlplanung?? Die Verantwortung trägt hier der Senat mit der Umwelt- und der Wirtschaftsbehörde. Die Planungen der A 26- Ost haben bereits 83,0 Mio. € verschlungen, davon trägt die Stadt Hamburg 39,0 Mio.€. und der Bund 44,0 Mio.€. Zusätzlich muss Hamburg für die Kosten des Planfeststellungsbeschlusses von 340Tsd. € aufkommen.
Diese Kosten hätten vermieden werden können. Gesamtkosten des Projektes lagen zuletzt bei etwa 2,3 Mrd €.
Der Bahnhof Diebsteich wird zum Fern- und Regionalbahnhof ausgebaut und soll 2029 den Bahnhof Hamburg-Altona als Fernverkehrshalt ersetzen. Die Bauarbeiten begannen am 05.Juli 2021, die Kosten wurden mit 548,0 Mio. € beziffert, sie werden bei Fertigstellung sicherlich ebenfalls in die Milliarden € gehen.
Jetzt haben die Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg Probleme mit der Hinterlandanbindung Fehmarn Belt nach Lübeck und dem Güterverkehr auf der transeuropäischen Strecke von Stockholm nach Palermo. Es gab seinerzeit eine Planung von der Firma Schüßler-Plan über eine Alternativstrecke Büchen, Geesthacht über die Elbe. Diese Planung stand bereits im besonderen Bedarf, so dass durchaus mit einer Genehmigung zu rechnen war.
Diese Planung wurde von den Hamburger Politikern abgelehnt, obwohl das Gesamtprojekt der „Verkehrsentflechtung“ dienen sollte.
Das Bundesverkehrsministerium gibt nun bekannt, dass sich die Kosten für die Fehmarnbelt Hinterlandanbindung fast verdreifachen wird, anstelle der bisher geplanten 2,8 Mrd. € wird mit ca. 8,1 Mrd. € gerechnet.
Wir kommen jetzt zur „S 4“, wo man 2012 die Kosten für Gleisbau und Elektrifizierung auf 350.0 Mio. € bezifferte und für weitere Positionen wie: Brücken, Neu-, teils Umbau von 4 Stationen, Betriebswerk und S-Bahn-Zweistrom-Halbzügen zusätzliche Kosten von ca. 550,0 Mio.€ in Ansatz brachte, so dass sich eine Gesamtkosten-Hochrechnung auf das Jahr 2020 von etwa 900,0 Tsd.€ ergab.
Die z.Zt. im Raum stehenden Gesamtkosten von ca.1,85 Mrd.€ sind schon längst nicht mehr zu halten, sollte mit dem Bau begonnen werden.
Die Hamburger Politik hatte 2016 entschieden, nun doch nicht die Strecke über Büchen zu favorisieren, sondern die Güterzüge durch Hamburg mit zwei neuen Gleisen fahren zu lassen. Dies entspricht nicht dem seinerzeit gestellten Antrag an die EU über die Verkehrsentflechtung und deshalb kann Hamburg das gleiche Schickzahl erleiden, wie mit der A 26. Das Gericht wird möglicherweise den Verstoß gegen das Klimagesetz ahnden, sowie eine Alternativplanung verlangen, die wir hatten, die aber nicht hinreichend geprüft wurde.
Die DB InfraGo AG. und die Hamburger Politik halten sich nicht an bestehendes EU-Recht, forderten aber EU-Mittel für die unvollständige Planung der Strecke Hamburg-Bad Oldesloe.
Diese Aussagen befinden sich im Amtsblatt der Europäischen Union, Ausgabe vom 20.12.2013, Kapitel III, Artikel 38, Infrastrukturanforderungen im Absatz 22.
Das Gesamtprojekt der „Verkehrsentflechtung“ wird im EU-Antrag verschleiert unter dem „Arbeitstitel S 4“ geführt. Der vorsitzende Richter beim BVG in Leipzig nannte dies schon eine Mogelpackung.
EU-Gelder waren beantragt und in Anspruch genommen. Der EU-Planungskostenzuschuss für die Baumaßnahme S-4 (Ost) hat mit dem Nahverkehrsprojekt nichts zu tun und muss zurückgezahlt werden, wenn die zwei neuen Gleise für den TEN nicht gebaut werden, wenn die jetzige Planung die Vorgaben der EU nicht erfüllt.
Hier hat die Hamburger Politik total versagt, sie wollte mit dem Kopf durch die Wand. Steuermittel hätten richtig sinnvoll eingesetzt werden können, durch eine Umfahrung Hamburgs mit hohen Einsparpotenzialen und Entwicklung für die Zukunft der Metropolregion. Selbst wenn die Alternativstrecke an der Autobahn A1 teurer würde, bietet sie unbegrenzte Möglichkeiten.
Unsere BI ist dagegen, dass die zwei Gütergleise durch das von der EU hochgeschützte „FFH-Gebiet“ gebaut werden, wir sehen nicht nur ein Verstoß gegen das Klimaschutzgesetz, sondern auch gegen die eingereichte Planung.
Wir haben immer betont, dass wir den öffentlichen Nahverkehr mit der S 4 bejahen, aber keine Gütergleise durch das Naturschutzgebiet akzeptieren werden.
Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass nicht die Bürgerinitiativen die Verhinderer der Bauprojekte sind, wie uns von Politikern vorgeworfen werden, sondern eher die massiven Fehlentscheidungen der Politiker, die zu Hauf vorgekommen sind und die die Kosten dadurch in die Höhe treiben lassen.
Die Quellen für unsere Darstellungen haben wir aus der Süddeutschen Zeitung und auch vom Nahverkehr Hamburg erhalten.
Mit freundlichen Grüßen
Claus-Peter Schmidt
1.Vorsitzender

